Bzw. Ich hasse dich. SSH; Short Stay Solutions; Master of All Evil. Diese Hausverwaltung bringt mich regelmäßig zum Auszucken.
Es ist nämlich so: Privat was als Austauschstudentin zu finden ist praktisch unmöglich, SSH hat somit ein Monopol auf Zimmervermietung. Und nutzt das aus. Und ist böse.
Nicht nur, dass ich seit 2 Wochen jeden Tag um 8 Uhr früh von Bauarbeitern vor meinem Fenster geweckt werde. Nicht nur, dass es das versprochene Waschbecken im Zimmer nicht gibt und auch im Bad keines. Nicht nur, dass regelmäßig irgendwelche Leute in unser Haus gelangen, die nicht reingehören und wir keine Ahnung haben, wieso. Nicht nur, dass die Waschmaschine kaputt ist. Nein, es ist ihnen auch vollkommen egal. Zitat 1 (nachdem ich mich über das fehlende Waschbecken beschwert habe): "Well, sorry, but bad luck." Also nix mit Geld zurück, Kompromiss etc. Wohl noch nie was von Konsumentenschutz gehört. Zitat 2 (Martijn, der sowas wie unser Hausmeister ist): "Erm, sorry, but I´m not that clever."
Offensichtlich.
Tägliches Ärgern über SSH vermiest die wenigen Sonnenstrahlen, die durch die zugezogenen Vorhänge meines Balkons schimmern (weil da stehen ja die Bauarbeiter drauf, also nix mit Privatsphäre). SSH, wenn du so weitermachst, dann gibts Krieg!
Donnerstag, 26. Februar 2009
Montag, 23. Februar 2009
Karneval
Diese Holländer. Da glaubt man, sie seien ein nettes aber doch irgendwie zurückhaltendes Volk und dann das.
Maastricht, ganz am untersten (ja, Süden) Zipfel von Holland, hat sich vergangenes Wochenende in eine einzige Karnevalsparade verwandelt. Das heißt dann soviel wie: sich ab Vormittag zu betrinken, dann (oder auch davor) in ein Kostüm schlüpfen das mit Sicherheit mehrere hundert Euro kostet und ab gehts, im Nieselregen bei knapp über 0 Grad drei Stunden durch die Stadt gezogen. Mit Riesen-Wagen, Erwachsenen in Kinderwägen, Kinder in Käfigen und einer Milliarde Konfetti.
Trinken ist nicht schwer zu bekommen, ein Sitzplatz dafür Mangelware. Also nach beinahe 6 Stunden herumlaufen bzw. Beine in den Bauch stehen wieder in den Zug nach Utrecht gehüpft. Lustig wars trotzdem. Lei Lei. Oder wie die Holländer im Lieblings-Karneval-Lied singen La La.
Maastricht, ganz am untersten (ja, Süden) Zipfel von Holland, hat sich vergangenes Wochenende in eine einzige Karnevalsparade verwandelt. Das heißt dann soviel wie: sich ab Vormittag zu betrinken, dann (oder auch davor) in ein Kostüm schlüpfen das mit Sicherheit mehrere hundert Euro kostet und ab gehts, im Nieselregen bei knapp über 0 Grad drei Stunden durch die Stadt gezogen. Mit Riesen-Wagen, Erwachsenen in Kinderwägen, Kinder in Käfigen und einer Milliarde Konfetti.
Trinken ist nicht schwer zu bekommen, ein Sitzplatz dafür Mangelware. Also nach beinahe 6 Stunden herumlaufen bzw. Beine in den Bauch stehen wieder in den Zug nach Utrecht gehüpft. Lustig wars trotzdem. Lei Lei. Oder wie die Holländer im Lieblings-Karneval-Lied singen La La.
Donnerstag, 19. Februar 2009
Het paradijs
Ich habe es gefunden. Respektive wir.
Adam und Eva wurden angeblich daraus vertrieben, Uli und Mara haben es die vergangenen Tage erkundet.
Die Mini-Insel Texel [Tesel] im Norden Hollands ist einer der schönsten Flecken, die ich auf dieser Erde bisher gesehen habe. Weil noch immer überwältigt PLUS unglaublich müde von stundenlangen Strandspaziergängen und über-Elektro-Zäune-hüpfen im Hasenland und Autofahren und Schoko-Trüffel-Torte-Essen lass ich die Worte Worte sein und schenk euch was, was ich irgendwie manchmal ganz gut machen kann. Respektive hat es sich in diesem Fall eh von selbst gemacht.



Adam und Eva wurden angeblich daraus vertrieben, Uli und Mara haben es die vergangenen Tage erkundet.
Die Mini-Insel Texel [Tesel] im Norden Hollands ist einer der schönsten Flecken, die ich auf dieser Erde bisher gesehen habe. Weil noch immer überwältigt PLUS unglaublich müde von stundenlangen Strandspaziergängen und über-Elektro-Zäune-hüpfen im Hasenland und Autofahren und Schoko-Trüffel-Torte-Essen lass ich die Worte Worte sein und schenk euch was, was ich irgendwie manchmal ganz gut machen kann. Respektive hat es sich in diesem Fall eh von selbst gemacht.
Dienstag, 17. Februar 2009
Rügen
Jajaja, liebe Leute, ich lebe noch. Ich weiß schon, dass in den letzten Tagen nicht zu lesen war, aber das nur, weil es mir so gut geht, dass ich nicht zum Schreiben komme. Angelika war eine Woche da, jetzt ist Uli da und die Zeit vergeht viel zu schnell. Ich war letztens ernsthaft traurig, weil es "nur" noch vier einhalb Monate in Utrecht sind. Weirdo, jawoll.
Heimweh hat sich bis jetzt nur einmal ganz kurz eingestellt. Im CITIES-Kurs ein paar Bilder vom Parlament, schon wars um mich geschehen. Und ja, mir ist tatsächlich ein "da wohn ich nur 5 min entfernt" mit einem Seufzer verbunden entwichen. Aber vielleicht eh gut so, denn sonst herrscht eigentlich immer nur unglaubliche Holland-Liebe vor. Goedenavond!
Und liebe Edith, auch hier: Alles Gute zum Geburtstag, auch wenn du in Thailand gar nicht mehr hast!
Heimweh hat sich bis jetzt nur einmal ganz kurz eingestellt. Im CITIES-Kurs ein paar Bilder vom Parlament, schon wars um mich geschehen. Und ja, mir ist tatsächlich ein "da wohn ich nur 5 min entfernt" mit einem Seufzer verbunden entwichen. Aber vielleicht eh gut so, denn sonst herrscht eigentlich immer nur unglaubliche Holland-Liebe vor. Goedenavond!
Und liebe Edith, auch hier: Alles Gute zum Geburtstag, auch wenn du in Thailand gar nicht mehr hast!
Dienstag, 10. Februar 2009
Eigenheiten
Heute beim Frühstück mit Angelika darüber geredet. Manche Sachen lassen mich hier den Kopf schütteln.
Holländer scheinen aus Prinzip keine Vorhänge zuzumachen (so sie welche haben). Das beschert Vorbeispazierenden einen schönen Einblick in das Familienleben. Denn: keine Vorhänge im Erdgeschoss heißt: Familienvater beim Nägel schneiden, altes Paar beim Fernsehen, Kinder beim spielen. Alles live und direkt vom Wohnzimmer auf die Straße. Vielleicht kann man hier Familienglück stundenweise kaufen. Wer weiß.
Erasmus-Studenten. Eigenes Kapitel, aber kurz mal angerissen. Schreien ohne Grund steht auf der Tagesordnung, und, dass alles "super, great, fantastic" ist, auch. Gut, ich gebs ja zu, die holländische gute Laune steckt mich auch an. Aber diese ständige Kreischerei...
Holländische Freundlichkeit. Haut mich als Österreicherin (das Land des Grants) jedes Mal aufs Neue um, wenn ich das Haus verlasse. Hier begegnet einem jeder mit einem Lächeln auf den Lippen, scheints. Und jeder ist hilfsbereit, freundlich, höflich.
Wartet nur, ich komm als anderer Mensch zurück. "Life is great!"
Holländer scheinen aus Prinzip keine Vorhänge zuzumachen (so sie welche haben). Das beschert Vorbeispazierenden einen schönen Einblick in das Familienleben. Denn: keine Vorhänge im Erdgeschoss heißt: Familienvater beim Nägel schneiden, altes Paar beim Fernsehen, Kinder beim spielen. Alles live und direkt vom Wohnzimmer auf die Straße. Vielleicht kann man hier Familienglück stundenweise kaufen. Wer weiß.
Erasmus-Studenten. Eigenes Kapitel, aber kurz mal angerissen. Schreien ohne Grund steht auf der Tagesordnung, und, dass alles "super, great, fantastic" ist, auch. Gut, ich gebs ja zu, die holländische gute Laune steckt mich auch an. Aber diese ständige Kreischerei...
Holländische Freundlichkeit. Haut mich als Österreicherin (das Land des Grants) jedes Mal aufs Neue um, wenn ich das Haus verlasse. Hier begegnet einem jeder mit einem Lächeln auf den Lippen, scheints. Und jeder ist hilfsbereit, freundlich, höflich.
Wartet nur, ich komm als anderer Mensch zurück. "Life is great!"
Donnerstag, 5. Februar 2009
Es ist angerichtet
Mittlerweile hab ich mich ganz gut eingelebt in Utrecht. Komisch, wie einem nach nur einer Woche vorkommt, als wär man schon seit 3 Monaten hier.
Die Uni-Kurse sind teils interessant (Fiction, Art, Cities - jeweils mit "European" davor) und teils... weniger (Lifestyles, English).
Die gute Nachricht: In drei Wochen endet auch der Montagskurs, das beschert mir dann für das kommende Monat ein vier-Tages-Wochenende. Nett.
Die schlechte Nachricht: gibts eigentlich nicht. Dafür gefällt es mir hier zu gut. Für die Daheimgebliebenen mag das also doch eine schlechte Nachricht sein.
Abgesehen von Studieren und Rad fahren (und natürlich SCHLAFEN) hab ich die meiste Zeit bisher vermutlich mit Essen verbracht. Gevulde Koegen (danke Susanne, ja, ich bin süchtig) sind zum niederknien, eine Packung hat heiße 2000 Kalorien, was mich nicht davon abhält, sie an einem Tag zu essen. Unheimlich gut, wirklich. Ansonsten jeden Sonntag flat-dinner (das ganze Studentenheim kocht gemeinsam) und sonst kochen mit meinen Studienkolleginnen. Ich hoff das Radfahren hier ist ein adäquater ausgleich...
Resüme nach einer Woche: viele nette Menschen, noch mehr Räder und eine Windmühle. Was will Mensch mehr?
Die Uni-Kurse sind teils interessant (Fiction, Art, Cities - jeweils mit "European" davor) und teils... weniger (Lifestyles, English).
Die gute Nachricht: In drei Wochen endet auch der Montagskurs, das beschert mir dann für das kommende Monat ein vier-Tages-Wochenende. Nett.
Die schlechte Nachricht: gibts eigentlich nicht. Dafür gefällt es mir hier zu gut. Für die Daheimgebliebenen mag das also doch eine schlechte Nachricht sein.
Abgesehen von Studieren und Rad fahren (und natürlich SCHLAFEN) hab ich die meiste Zeit bisher vermutlich mit Essen verbracht. Gevulde Koegen (danke Susanne, ja, ich bin süchtig) sind zum niederknien, eine Packung hat heiße 2000 Kalorien, was mich nicht davon abhält, sie an einem Tag zu essen. Unheimlich gut, wirklich. Ansonsten jeden Sonntag flat-dinner (das ganze Studentenheim kocht gemeinsam) und sonst kochen mit meinen Studienkolleginnen. Ich hoff das Radfahren hier ist ein adäquater ausgleich...
Resüme nach einer Woche: viele nette Menschen, noch mehr Räder und eine Windmühle. Was will Mensch mehr?
Dienstag, 3. Februar 2009
Der Haken an dem Ganzen
Die Sache mit dem Rad ist nämlich die: Ohne geht nicht. Einfach überhaupt nicht.
Weil Kelly und ich jedoch keine 85 Euro für Gebrauchträder im Fietsen Punt (Fiets = Rad) ausgeben wollten, haben wir es mit der Alternative probiert: Junkies.
Also um 8 zum Funny Bunny im Zentrum, dann doch 2 Stunden auf einen Kaffee gegangen und danach wieder nach Junkies mit billigen Rädern gesucht.
Getroffen haben wir einen Drogendealer, der uns zu Junkies/zwielichtigen Gestalten geschickt hat. Voller Adrenalin dann Warten am "Second Stoplight before Utrecht Centraal". Kalt. Lang niemand da. Schließlich ein Mann mit Rad, ab in die nächste nicht ganz so Polizeiverseuchte Gasse. 14 Euro bezahlt. Der nette Zwielichtmann sagt noch "Weil ihr so nette Mädchen seid, lass ich euch das Schloss da. Ich komm dann mit dem zweiten Rad." Sprachs, verschloss das Rad und wart nie wieder gesehen.
Resummee: Wir - je 7 Euro ärmer. Der Zwielichtige - ein nun kaputtes Rad reicher. Ich - geh dann mal legal ein Rad kaufen.
Weil Kelly und ich jedoch keine 85 Euro für Gebrauchträder im Fietsen Punt (Fiets = Rad) ausgeben wollten, haben wir es mit der Alternative probiert: Junkies.
Also um 8 zum Funny Bunny im Zentrum, dann doch 2 Stunden auf einen Kaffee gegangen und danach wieder nach Junkies mit billigen Rädern gesucht.
Getroffen haben wir einen Drogendealer, der uns zu Junkies/zwielichtigen Gestalten geschickt hat. Voller Adrenalin dann Warten am "Second Stoplight before Utrecht Centraal". Kalt. Lang niemand da. Schließlich ein Mann mit Rad, ab in die nächste nicht ganz so Polizeiverseuchte Gasse. 14 Euro bezahlt. Der nette Zwielichtmann sagt noch "Weil ihr so nette Mädchen seid, lass ich euch das Schloss da. Ich komm dann mit dem zweiten Rad." Sprachs, verschloss das Rad und wart nie wieder gesehen.
Resummee: Wir - je 7 Euro ärmer. Der Zwielichtige - ein nun kaputtes Rad reicher. Ich - geh dann mal legal ein Rad kaufen.
Sonntag, 1. Februar 2009
overwhelmed
Das wohl in jeder Hinsicht.
Heute ins Studentenheim eingezogen. Furchtbare Prozedur mit Koffer-schleppen und Schlüssel-holen. Einen Muskelkater und drei neue blaue Flecken später dann im Türkenviertel Lombok in der Kanaalstraat angekommen (aaaah, deswegen kanaalstraattijd), wo ich ab jetzt residiere.
Hier wohnen übrigens fast nur SpanierInnen und spanisch sprechende ItalienerInnen. Was wohl heißt - kein Holländisch lernen, pero Espanol statt dessen.
Deutsch denken fällt schon nach 3 Tagen hier schwer.
Und um das Klischee-O-Meter zu strapazieren. Das hier befindet sich ca. 100m von meinem Haus entfernt.
Heute ins Studentenheim eingezogen. Furchtbare Prozedur mit Koffer-schleppen und Schlüssel-holen. Einen Muskelkater und drei neue blaue Flecken später dann im Türkenviertel Lombok in der Kanaalstraat angekommen (aaaah, deswegen kanaalstraattijd), wo ich ab jetzt residiere.
Hier wohnen übrigens fast nur SpanierInnen und spanisch sprechende ItalienerInnen. Was wohl heißt - kein Holländisch lernen, pero Espanol statt dessen.
Deutsch denken fällt schon nach 3 Tagen hier schwer.
Und um das Klischee-O-Meter zu strapazieren. Das hier befindet sich ca. 100m von meinem Haus entfernt.
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